Was ist Ayurveda?

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst und weltweit das älteste überlieferte Gesundheitssystem. Bereits vor 5000 Jahren wurden in Indien die ersten schriftlichen Aufzeichnungen auf Sanskrit verfasst – davor, sagt man, wurde das Wissen schon lange mündlich übermittelt.

Ayurveda – das „Wissen vom Leben“ trägt ein tiefes Erfahrungspotential in sich, das sich heute auch zunehmend Menschen in der westlichen Welt zu Nutze machen. Das Konzept der altindischen Heilkunst umfasst Körper, Geist und Seele und lehrt, wie man seine Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude bis ins hohe Alter hinein erhalten kann. Die wesentlichen Elemente im Ayurveda sind die Medizin mit ganzheitlicher Betrachtungsweise des Menschen, Pflanzenheilkunde, eine fundierte Ernährungslehre, Massagen, Reinigungs- und Verjüngungstechniken, Yogapraxis und Atemübungen.

In Indien versteht man Ayurveda als die Kunst, sein Leben in Einklang mit den Naturgesetzen zu führen. Diese werden von den 5 Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther (Raum) repräsentiert, welche sich jeweils zu einer Bioenergie verbinden: den drei Doshas („den Körper beeinflussende Faktoren“) Vata, Pitta und Kapha. In jedem Mensch befinden sich diese drei Doshas und in der Regel dominiert eines davon, woraus sich der Konstitutionstyp ableiten lässt. Häufiger kommen Mischtypen aus zwei Doshas vor, eher selten ist der so genannte „Tridosha-Typ“, der über alle drei Faktoren zu gleichen Anteilen verfügt. Kurz umrissen beinhalten die Doshas folgende Grundprinzipien:

- Vata - das Bewegungs- und Luftprinzip
- Pitta - das Verdauungs- und Feuerprinzip
- Kapha - das Struktur- und Erdprinzip

 

 

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Die Ernährung:

Das Wesentliche ist die gute Verdaubarkeit von Lebensmitteln. Deshalb wird in der ayurvedischen Küche sehr vieles gegart. Das ist wie eine Vorverdauung der Nahrung. Warme Speisen regen den Stoffwechsel besser an und können daher besser aufgespalten und verwertet werden.

Frischkost wie Salat oder Obst ist sehr schwer verdaulich und sollte weder morgens (in der Kapha-Zeit), wenn die Verdauung noch nicht wieder ganz am Laufen ist,  - noch abends (wieder Kapha-Zeit), wenn das Verdauungsfeuer sich wieder zurückgefahren hat, – genossen werden. Die ideale Zeit ist mittags oder nachmittags. Der Rohkostanteil sollte 25% der Tages-Nahrung nicht überschreiten.

Beim ayurvedischen. Kochen werden viele verdauungsfördernde Gewürze verwendet. Diese Gewürze kann man auch in der europäischen Küche anwenden: deshalb ist ayurvedische Küche auch nicht gleich indische Küche!

Hauptbestandteil beim Kochen ist das GHEE: geklärte Butter, die von Wasser-Eiweiß und Schlackstoffen befreit wurde. Ghee wirkt auf den Körper befeuchtend und entgiftend. Außerdem schmeckt es gut und ist ein wunderbarer Geschmacksträger.

Die Speisen sind zu 80% vegetarisch. Fleisch wird vor allem als Aufbaunahrung nach Krankheit gegeben.

Man sollte seine Mahlzeiten regelmäßig essen, am besten 3x täglich (Kapha-Menschen auch nur 2x tgl.)

Die Menge sollte 2/3 von zwei Händen zur Handschale zusammengelegt entsprechen.

Man sollte zum Essen nichts trinken – eine halbe Stunde vorher oder nachher ist in Ordnung, denn das Verdauungsfeuer Agni soll nicht „gelöscht“ werden. Allerdings ist ein schluckweises Trinken von einem Glas heißem Wasser zulässig, da es der Verdauung zuträglich ist.

Man sollte hochwertige Lebensmittel essen: Also regional, saisonal, wenn möglich BIO (weil hier keine Düngemittel oder Insektizide bzw. bei Fleisch: keine Medikamente eingesetzt werden).

Die Mahlzeiten sollten frisch und mit Liebe zubereitet werden. Also: möglichst keine Konserven, möglichst keine TK-Kost. Aufwärmen von Gekochtem sollte spätestens innerhalb eines Tages geschehen. Es geht hier um die Nährwerte, die das Essen hat: Aufgewärmtes hat kaum noch lebendige Lebensenergie, genauso wenig wie TK- oder Konserven-Kost.

Man sollte in Ruhe und entspannter Atmosphäre essen.

Zwischenmahlzeiten sollten vermieden werden: gesund ist es, erst wieder etwas zu essen, wenn die vorherige Mahlzeit verdaut ist – das sind ca. 4 Stunden, die zwischen zwei Mahlzeiten liegen sollten.

Ausgewogen essen: es sollten immer alle 6 Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb) bei den Mahlzeiten vertreten sein.

Auf richtige Kombinationen achten: Frisches Obst möglichst nicht mit Milch mixen (Milchshake): das ist sehr schwer verdaulich. Und Fleisch sollte nicht mit Milchprodukten zusammen verkostet werden.